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Deutsches Technikmuseum - Februar

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Februar 2014

Foto: Die stark angerostete Laterne hat vier Standfüße, die Klappe für das Petroleumlicht ist geöffnet, die Glasscheiben sind zerbrochen. Vorn das Signalschild mit zwei leuchtend roten Dreiecken auf weißem Grund und der Heimatbezeichnung "Bww. Bln. Yor."

Oberwagenlaterne eines "Dienstwagens des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete" © SDTB / C. Kirchner

Zugschlusssignal aus dem "Regierungswagenschuppen"

Das Zugschlusssignal markiert – am Tag mit speziellen Scheiben oder bei Dunkelheit mit roten Lichtern – an der Rückseite des letzten Wagens die Vollständigkeit eines jeden Zuges. Damit wurde geprüft, ob auf der Strecke kein Wagen abgerissen oder stehengeblieben war. Nur dann durfte der nächste Zug folgen.

Die Deutsche Reichsbahn benutzte dazu viele Jahre lang Oberwagenlaternen mit Petroleumbeleuchtung. Seit 1980 wurden die pflegebedürftigen Laternen nach und nach durch Reflektorscheiben und Blinklichter ersetzt. Sie erfreuten sich aber bei Eisenbahnfreunden weiterhin großer Beliebtheit als Dekorationsartikel.

Fundstück aus geheim gehaltener Werkstätte
Die hier gezeigte Laterne wurde erst kürzlich in Süddeutschland aufgefunden. Durch ihre Beschriftung mit "R. B. D. Berlin" (Reichsbahndirektion Berlin) lässt sie sich auf die Zeit zwischen 1920 und 1945 datieren.

Die Heimatbezeichnung "Bww. Bln. Yor." (Bahnbetriebswagenwerk Berlin-Yorckstraße) verweist auf eine geheim gehaltene Werkstätte mit viergleisigem Schuppen neben dem S-Bahnhof Yorckstraße. Der Zugang für die Bediensteten war in der Bautzener Straße.

Der ebenfalls auflackierte Deckname "Gothenland" bezeichnete einen "Dienstwagen" für Sonderzüge der Reichsregierung, hier des "Reichsministers für die besetzten Ostgebiete".

Foto: Auf zwei flachen Karren stehen viele Oberwagenlaternen mit unterschiedlichen Signalen, die ein Bahnbediensteter zu den richtigen Zugwagen bringt.

Der "Lampist" auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof am 5. Juni 1981 © Foto: Karl-Friedrich Seitz

Damit hat das Objekt nicht nur Bedeutung als Überrest der technischen Arbeitswelt, sondern ebenso als ein Relikt der Zeitgeschichte. Trotz beträchtlicher Schäden durch Glasbruch und Korrosion verbietet sich jeder Versuch einer Restaurierung, weil nur so die "Aura des Originals" bewahrt werden kann.