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Deutsches Technikmuseum - August

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats August 2015

Musterkoffer mit Kolonialwaren, um 1925

Im aktuellen Duden-Wörterbuch stehen die Wörter "Kolonialgebiet" und "Kolonialkrieg" dicht beieinander. Eine Kolonie bezeichnet die "auswärtige, besonders überseeische Besitzung eines Staates". Außerdem ist der Begriff "Kolonialwaren" mit dem Zusatz "veraltend" versehen, während die "Kolonialbahn" gar nicht mehr vorkommt.

Foto: Der Musterkoffer mit 35 Dosen mit Glasdeckeln, in denen Reis, Kakao, Tee und exotische Gewürze sind.

Musterkoffer mit Kolonialwaren wie Reis, Kakao, Tee und exotischen Gewürzen, um 1925 © SDTB / Foto: C. Kirchner

Im ersten Lokschuppen des Museums befindet sich die Ausstellungseinheit "1906: Unsere Kolonialbahnen".

Eine schmalspurige Dampflokomotive unter künstlichen Palmen erinnert an die Zeit, als auch das Deutsche Reich in Afrika und Asien noch eigene Kolonien besaß: Togo, Kamerun, Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia), Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Burundi und Ruanda), einige "Schutzgebiete" im Stillen Ozean sowie Kiautschou in Ostasien.

Im Ersten Weltkrieg gingen sie verloren, doch unabhängig wurden diese Gebiete erst nach 1950.
Noch immer sind die Auswirkungen der Kolonialzeit nicht ganz überwunden.

Schwarzweißfoto: Gruppenbild von Frauen mit Kindern vor den Schaufenstern des Geschäfts, über ihnen der Ladenname.

Der "Colonialwarenladen" von Theodor Gitzke in Lauenburg (Pommern) um 1914, heute Lebork in Polen. Foto: Sammlung Uwe und Henrik Naims

Die zumeist auf Plantagen produzierten Kolonialwaren gelangten mit dem Dampfer nach Deutschland.

Der hier ausgestellte lederbezogene Musterkoffer im Format 45 x 32 Zentimeter wurde von der Firma "Skibbe & Zorn, Kolonialwaren-Großhandlung" in Berlin SO 36, Glogauer Straße 6, verwendet. In 35 Dosen mit Glasdeckeln wurden damit kleine Proben von Reis, Kandiszucker, Kaffee, Kakao, Tee und vielen exotischen Gewürzen vorgezeigt.

Die Kolonialwarenläden bestellten jeweils ganze Säcke davon und verkauften sie, genau abgewogen, in den früher üblichen Papiertüten an ihre Kunden.

Wer heute Reis oder Pfeffer im Supermarkt kauft, nimmt kaum noch wahr, dass diese Produkte eine lange Reise hinter sich haben.