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Deutsches Technikmuseum - Dezember

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Dezember 2015

Foto: Im Vordergrund die hölzerne Hutform mit Falten und Zierbommel, im Hintergrund der fertige rote Hut.

Die Hutform und der fertige Damenhut © SDTB / Foto: C. Kirchner

Hutform für einen Damenhut, 1950er Jahre

Ohne Hut oder Kopfbedeckung verließ man bis in die 1950er Jahre nur selten das Haus. Von Männern und Frauen gleichermaßen getragen, war der Hut unverzichtbarer Bestandteil eines "vollständigen" Outfits.

Der Hut bietet nicht nur Schutz vor Wind und Wetter, sondern ist auch modisches Accessoire, Statussymbol oder Ausdruck der politischen Gesinnung.

Die Bedeutung des Huts spiegelt sich in vielen positiv wie negativ gemeinten Redewendungen wieder: "Vor jemandem den Hut ziehen", "Etwas aus dem Hut zaubern", "Alles unter einen Hut bekommen", "gut behütet sein", aber auch "Mit jemandem oder mit etwas nichts am Hut haben" oder "ein alter Hut" sein.

SW-Foto: Portrait einer elegant gekleideten Dame mit Federboa, die stolz einen großen federgeschmückten Hut trägt.

Dame mit Hut, Berlin um 1910 © Privat

Verheiratete Frauen bedeckten über Jahrhunderte ihr Haar in der Öffentlichkeit, da das Haar als besonders verführerisch galt.

Im 19. Jahrhundert verzichteten New Yorker Frauenrechtlerinnen in der Öffentlichkeit bewusst auf Hut oder Haube. Sie setzten damit ein Zeichen für die Emanzipation.

Die Haarpracht eines Mannes wiederum symbolisierte Macht und Männlichkeit.

Früher Putzmacherin, heute Modistin

Der Beruf der Putzmacherin, heute Modistin oder Hutmacherin, ist einer der wenigen, die bereits in vergangenen Jahrhunderten hauptsächlich von Frauen praktiziert wurden und in denen sie auch Lehrlinge ausbilden durften.

SW-Foto: Der Filzstumpen wird über die Hutform gezogen und in Form gebracht.

Die Hutmacherin bringt den Filzstumpen in Form. © Hutfabrik Schröder

Bei der Herstellung eines Huts wird, damals wie heute, der Stumpen – ein Filzrohling – mit Dampf erhitzt, über eine Form gezogen und so lange bearbeitet, bis er die gewünschte Form erhält. Anschließend werden die Hüte mit Federn, Bändern oder Kunstblumen verziert.

Bei der industriellen Fertigung von Filzhüten werden die Stumpen in Metallformen gepresst, auch hier wird mit Dampf gearbeitet.

Nachdem der Hut in den 1960er Jahren aus der Mode kam, erlebte er in den vergangenen Jahren ein Comeback. Wer sich mit einem schmückt, unterstreicht seine Individualität und fällt auf.

Mut zum Hut!