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Deutsches Technikmuseum - April

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Objekt des Monats April 2016

Foto: Im Hintergrund das Modell einer Zentralschließanlage mit sechs, über eine Rosette geschützten Schließzylindern (Mitte) und den zugehörigen Schlüsseln links und rechts. Vorn ein mit blauem Samt ausgelegtes Präsentationsetui mit Schließzylinder.

Präsentationsetui mit Zeiss Ikon-Schließzylinder und Holzblockmodell einer Zentralschließanlage © SDTB / Foto: C. Kirchner

Etui mit "SK5-Profilsperren"-Schließzylinder (1968/69) und Schließanlagen-Modell (1936-79) von Zeiss Ikon

Der hier gezeigte Profil-Schließzylinder verdeutlicht auf der transparenten Gehäuseseite die Funktion der Stiftzuhaltungen bei einem Zylinderschloss. Diese Mechanik basiert auf dem schon im 3. Jahrtausend v. Chr. bekannten Fallriegelprinzip.

Durch paarig übereinander angeordnete Kern- und Gehäusestifte, die unter Federdruck stehen, ist der Zylinder im Normalzustand gesperrt. Nur mittels eines korrekt profilierten und gekerbten Schlüssels werden die Stiftpaare so positioniert, dass sie eine Ebene bilden und sich der Schließkern drehen lässt. Über die Drehung von Zylinderkern und verbundenem Schließbart kann der Riegel des Schlosses bewegt werden.

Ein Schlüssel für fast alle Türen

Die roten Aussparungen im Gehäuse zeigen die sogenannte Profilsperre. Dieser aus den 1960er Jahren stammende Sicherheitsmechanismus wird durch ein zusätzliches Sperrelement am Schlüssel, die Profilrippe, und horizontal angeordnete Stifte im Zylinderkern gesteuert. Die Mechanik vergrößert die Abtast-Sicherheit und erhöht den Schlüssel-Kopierschutz. Eingesetzt wurde das System in Zentralschließanlagen, einem hierarchisierten Verbund mehrerer Zylinder, die typisch für Mietshäuser sind. Jeder Mieter kann so mit einem einzigen Schlüssel alle zentralen Türen, aber nur die eigene Wohnungstüre aufschließen.

Zeiss Ikon erhielt 1928 das Patent für den Profilzylinder, der sich durch seine platz- und materialsparende Gehäuseform auszeichnet und ein weltweiter Exportschlager wurde.

Aufbau eines Profilzylinders: Links eine Frontansicht, rechts ein Querschnitt mit steckendem Schlüssel. Es sind doppelreihig unter Federdruck stehende Kern- und Gehäusestifte sichtbar. Nur ein korrekter Schlüssel bringt die Stifte in eine Ebene.

Querschnitt durch einen Zeiss Ikon-Zylinder, aufgebaut nach dem Fallriegelprinzip. © SDTB / Historisches Archiv